Unglaubliche achtundzwanzig (28!) Neuerscheinungen stehen im März auf meiner Vormerkliste. So langsam muss ich mich wieder auf den Boden der Realität holen. Die kann ich nie, niemals alle lesen.
Also drastisch streichen, kürzen, auswählen. Übrig geblieben sind diese:

1:0 für „Foresta Nera“

Friedemann Hahn: Foresta Nera ©2018 Polar Verlag

Friedemann Hahn: Foresta Nera ©2018 Polar Verlag

Hahn Friedemann: Foresta Nera
Erscheint am 01.03.2018 im Polar Verlag ⇔, 210 Seiten, ISBN: 978-3945133613

Buchbeschreibung:
In einem abgelegenen Wirtshaus im Schwarzwald zelebrieren Polizei- und Wehrmachtveteranen ein blutiges Schlachtfest. Regie führt der selbstherrliche Bundesgrenzschutz-Offizier Felix Krüger. Der Polizeioffizier Hans Cremer, der wie viele „Alte Kameraden“ nach der Kapitulation `45 für Frankreichs Fahne in der Fremdenlegion weiterkämpfte, wechselt zum Bundesgrenzschutz und wird von Krüger, nicht ganz legal, als Sonderermittler eingesetzt. Eine Blutspur zieht durch den Schwarzwald und das angrenzende Rheintal. Ein Kunstmaler erschießt sich angeblich selbst. Ein Mitarbeiter der Organisation Gehlen wird hingerichtet. Mädchen verschwinden und tauchen als Leichen wieder auf. Auf Polizeioffiziere wird geschossen, sie werden gejagt, sie werden ermordet. Hans Cremer sieht einen Zusammenhang zwischen den Anschlägen und Morden im Dreiländereck Baden, Schweiz und dem Elsaß und Verbrechen im 2. Weltkrieg. Wer steckt hinter der Organisation Boxsport-Süd? Welche Rolle spielt der Gendarmerie-Commandant Proust? Die Vergangenheit holt die Täter ein. Auch Hans Cremer ist tiefer in die Mordtaten verstrickt, als er anfangs ahnt.

Christian v. Ditfurth: Böse Schatten ©2018 Penguin Verlag

Christian v. Ditfurth: Böse Schatten ©2018 Penguin Verlag

Christian v. Ditfurth: Böse Schatten
Erscheint am 12.03.2018 im Penguin Verlag ⇔, 416 Seiten, ISBN: 978-3328101772

Buchbeschreibung:
In Hamburg wird die Leiche eines Mannes gefunden, der 25 Jahre zuvor zu Tode gefoltert wurde. In seinem Mund steckt ein Fetzen Papier, von dem sich die Polizei Rückschlüsse erhofft. Oberkommissarin Rebekka Kranz bittet Josef Maria Stachelmann, den frisch berufenen Uni-Professor mit Privatschnüffler-Vergangenheit, um Hilfe. Eine Autobombe explodiert vor seinem Haus, in seiner Wohnung sind Abhörwanzen, er wird offen beschattet, sein Assistent Georgie wird schwer verletzt. Aber Stachelmann lässt nicht locker und stößt bei seinen Recherchen auf ein finsteres Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte.

Beide Bücher führen den Leser in die dunkle deutsche Geschichte zurück. Jedes auf eine andere Weise. Man könnte nun meinen, gegen Ditfurth hat kein Autor eine Chance. Aber Debüts locken mehr. Bei Ditfurth weiß man schon vorher, dass er gut schreiben kann. Also landet der Hahn auf meiner Lesecouch und ich hoffe, er entpuppt sich nicht als plüschiges Kuscheltier, sondern als richtiger Kampfhahn mit Sporen.

1:0 für „Dirty Cops“

Adrian McKinty: Dirty Cops ©2018 Suhrkamp

Adrian McKinty: Dirty Cops ©2018 Suhrkamp

Adrian McKinty: Dirty Cops
Erscheint am 12.03.2018 im Suhrkamp Verlag ⇔, 392 Seiten, ISBN: 978-3518468425

Buchbeschreibung:
Belfast 1988: Ein Mann wird mit einem Pfeil im Rücken tot aufgefunden. Es waren wohl kaum Indianer, und auch Robin Hood dürfte als Täter nicht in Frage kommen. Und da das Opfer eh nur ein Drogendealer war, könnte man sein kurioses Dahinscheiden ruhigen Gewissens zu den Akten legen. Doch Inspector Sean Duffy tut sich schwer damit, Morde zu den Akten zu legen – auch wenn seine Vorgesetzten ihn dazu drängen und der Haussegen bei der jungen Familie Duffy gerade reichlich schief hängt. Und noch jemand möchte Duffy zum Aufgeben zwingen: Eines Nachts findet er sich im Wald wieder, wo drei bewaffnete, maskierte Gestalten ihn dazu zwingen, sein eigenes Grab auszuheben …

Nicholas Searle: Verrat ©2018 Kindler Verlag

Nicholas Searle: Verrat ©2018 Kindler Verlag

Nicholas Searle: Verrat
Erscheint am 27.03.2018 im Kindler Verlag ⇔, 352 Seiten, ISBN: 978-3463406923

Buchbeschreibung:
Weihnachten 1989. Bridget O’Neill blickt mit Grauen den Feiertagen entgegen: Wird ihre Gebäck Gnade finden vor der Schwiegermutter? Ihr Mann ist derweil in Calais, um einen britischen Soldaten vor den Augen seiner Familie zu töten. Francis ist ein Fußsoldat der IRA, der Kampf ist ihm Beruf und Lebenszweck. Doch seine Frau leidet sehr am Bürgerkrieg: Die bösen Geheimnisse, der Heimatort, der einer Geisterstadt gleicht, Jahre wie Blei. Bridget lässt sich vom britischen Geheimdienst rekrutieren und wird doch die Schuldgefühle – beiden Seiten gegenüber – nicht los. Auch Francis‘ Bruder Liam will Informant werden. Ein Hinweis von Francis beschert ihm den Tod. Und „Gentleman Joe“, Francis‘ Boss, schätzt solche Treue. Er hat gleich den nächsten Job für Francis: ein Bombenattentat.
Dass die IRA insgeheim längst mit den Briten verhandelt, weiß Francis nicht. Er hat auch ohnedies schon Zweifel am Krieg, dem er seinen Bruder geopfert hat. In einer schwachen Stunde weint er sich bei Bridget aus, die den Attentatsplan weitergibt. Francis wandert in den Knast. Und Bridget fühlt sich durch ihren Verrat noch mehr an ihn gebunden. Sie wird auf ihn warten – auf die Gefahr hin aufzufliegen.
Nach sechs Jahren – der Bürgerkrieg ist Geschichte – wird Francis entlassen: Er kommt in eine Welt, in der es keinen Platz gibt für einen Mann der Vergangenheit. Enttäuscht konzentriert Francis sich auf die Suche nach dem Verräter und bringt damit sich und Bridget in höchste Gefahr …

Zwei Kaliber treten hier gegeneinander an. Beide wuchtig und beide bieten die 80er Jahre als Setting. Hier macht McKinty die Runde. Denn da kommt ein Drogendealer im Klappentext vor und „schmutzige Polizisten“ im Titel, und hey, noch schurkenhafter geht es nicht. Die gehören in die Schurkensammlung.
Außerdem muss ich zugeben, dass die ellenlange Buchbeschreibung zu „Verrat“ meine Neugier drosseln. Gute Bücher brauchen nicht viele Worte, um neugierig zu machen. Oder?

1:0 für „Äquator“

Otmar Jenner: Der Älteste ©2018 Golkonda Verlag

Otmar Jenner: Der Älteste ©2018 Golkonda Verlag

Otmar Jenner: Der Älteste
Erscheint am 23.03.2018 im Golkonda Verlag ⇔, 560 Seiten, ISBN: 978-3946503224

Buchbeschreibung:
Eine einfache Zeitungsmeldung führt ihn über die Grenzen unserer Existenz: In Sevilla soll der älteste lebende Mensch entdeckt worden sein. Der namenlose Erzähler macht sich auf die Suche und merkt schnell, dass der Älteste gute Gründe hat, sich und sein Leben zu verbergen. Immer tiefer verirrt der Suchende sich in einem bedrohlichen Labyrinth aus seltsamen Erscheinungen und Zweifeln an unserer Realität, bis er endlich auf einen jugendlich erscheinenden Mann und seine kindliche Tochter trifft. Sie führen ihn in die Abgründe menschlicher Geschichte, zeigen ihm die dunklen Seiten des Gedächtnisses, ständig auf der Flucht vor Neid und Verrat. Er erfährt von menschlichen Optimierungen und wird vor die Frage gestellt, ob wir eine Gesellschaft ohne Tod ertragen können …

Antonin Varenne: Äquator ©2018 C. Bertelsmann

Antonin Varenne: Äquator ©2018 C. Bertelsmann

Antonin Varenne: Äquator
Erscheint am 19.03.2018 im C. Bertelsmann Verlag ⇔, 432 Seiten, ISBN: 978-3570103401

Buchbeschreibung:
Dieb und Brandstifter in Nebraska, Deserteur im amerikanischen Bürgerkrieg, Mörder in Nevada: Pete Ferguson ist ein Mann auf der Flucht. Er ist auf der Suche nach dem Äquator, dem Ort, wo sich angeblich alles ins Gegenteil verkehrt, die Träume wahr werden und er von seinen Dämonen befreit wird. Wird er dieses verheißungsvolle Land finden? In Äquator schildert Antonin Varenne virtuos Pete Fergusons Weg von den großen Weiten des amerikanischen Westens über Guatemala bis in die dichten Urwälder Brasiliens. Mit dieser atemberaubenden und zutiefst ergreifenden Odyssee bestätigt der Autor seinen Ruf als Erneuerer des großen Abenteuerromans mit den erzählerischen Mitteln des 21. Jahrhunderts.

Der Golkonda Verlag ist ja immer für Überraschungen gut (außerdem haben wir es dem Golkonda zu verdanken, an die Hap & Leonard – Reihe von Lansdale zu kommen). Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch sehr viele gesellschaftskritische Fragen aufwirft. Ganz von der Vormerkliste ist es nicht, muss ich zugeben. Außerdem frage ich mich: Wie alt ist der Älteste wirklich und wie viel Geschichte trägt er mit sich herum? Und natürlich: Was, wenn das diese immerzu auf Optimierung getrimmte Welt erfährt. Ich sehe ihn schon enden: in einem Labor, festgeschnallt auf einer Liege, mit Kabel im Hirn, Elektroden auf der Brust, … natürlich: alles zum Besten für die Menschheit. Was sonst? Zum Wohle der Allgemeinheit (da steckt „gemein“ schon drin). Nein, noch ist das Buch dennoch vorgemerkt.
Aber gegen Varenne war es auch chancenlos. Zugegeben, es war ein verdammt unfairer Kampf.

1:0 für „So dunkel der Wald“

Michaela Kastel: So dunkel der Wald ©2018 Emons Verlag

Michaela Kastel: So dunkel der Wald ©2018 Emons Verlag

Michaela Kastel: So dunkel der Wald
Erscheint am 15.03.2018 im Emons Verlag ⇔, 304 Seiten, ISBN: 978-3740802936

Buchbeschreibung:
Ronja und Jannik führen ein Leben ohne Zukunft, seit sie als Kinder von einem gewissenlosen Entführer tief in den Wald verschleppt wurden. Nach einem missglückten Fluchtversuch gerät die Situation außer Kontrolle, und die langersehnte Freiheit ist zum Greifen nahe. Doch was so lange ein Wunschtraum war, erscheint plötzlich fremd und beängstigend: Wie soll man sich in einer Welt zurechtfinden, die man nie kennengelernt hat? Gleichzeitig nimmt die ehrgeizige Kommissarin Sarah Wiesinger ihre Spur auf und gelangt immer näher an Ronjas und Janniks Versteck heran – bis sich ihre Wege kreuzen …

Gin Phillips: Nachtwild ©2018 dtv Verlag

Gin Phillips: Nachtwild ©2018 dtv Verlag

Gin Phillips: Nachtwild
Erscheint am 29.03.2018 im dtv Verlag ⇔, 304 Seiten, ISBN: 978-3423261968

Buchbeschreibung:
Es ist ein herrlicher Tag und Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo – da hört sie plötzlich Schüsse. Am Ausgang sieht sie Tote auf dem Boden liegen. Sie weiß nicht, ob die Polizei unterwegs ist, ob der oder die Täter noch in der Nähe sind. Als weitere Schüsse fallen, flüchtet sie mit Lincoln in ein leer stehendes Gehege. Das Leben ihres Sohnes hängt jetzt allein von ihr ab und davon, ob sie einen Weg finden wird, sie beide zu retten. Jedes Geräusch, jede Bewegung kann tödlich sein. Sie muss Entscheidungen treffen und Dinge tun, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Da hätten wir zwei Geschichten, deren Kanten und Ecken aneinander streifen. Mal im Zoo, mal im Wald. Die Waldfiguren kommen zurück in die Gesellschaft und mit der nicht klar. Die Zookandidaten haben das umgekehrte Problem, denn sie müssen sich in einer ihr fremden Welt, dem Gehege, verstecken. Und haltet mal einen Vierjährigen ruhig. Über eine längere Zeit. Das geht nicht ohne K.O.-Tropfen. Oder ohne Knebel und Fessel. Aussichtslos.
Aber der Wald reizt mehr. Die Entführung und das Entkommen klingen einfach dramatischer. Also kein Zoobesuch, sondern ein Waldspaziergang für mich.

Kein Gegner für „Skorpione“

Cid Jonas Gutenrath: Skorpione ©2018 Ullstein

Cid Jonas Gutenrath: Skorpione ©2018 Ullstein

Cid Jonas Gutenrath: Skorpione
Erscheint am 09.03.2018 im Ullstein Verlag ⇔, 368 Seiten, ISBN: 978-3548289496

Buchbeschreibung:
Sascha Simoneit ist am Ende. Der Ex-Söldner ist wegen Alkoholmissbrauchs aus dem Berliner Polizeidienst geflogen. Doch er bekommt eine zweite Chance. Simoneit macht im Hinterhof einer Eckkneipe in Moabit eine Detektei auf. Dort hat er sich als Streifenpolizist Respekt verschafft, und auch Kiezgröße Benno Teufer steht auf seiner Seite. Schneller als Simoneit denkt, braucht er dessen Hilfe. Die Mutter eines kleinen Mädchens steht vor der Tür, dem illegal eine Niere entfernt wurde. Simoneit sieht rot.

An diesem Buch komme ich nicht vorbei. Keine Chance. Ein durchgeknallter Ex-Söldner bekommt eine zweite Chance? Also bleiben wir realistisch: Das kann nicht gut gehen. Niemals!
Bin gespannt, wie abgedreht der Typ wirklich ist. Wehe, er zähmt sich oder reißt sich zusammen, dann reiße ich ihn auseinander. Diese Organgeier hätten ja – wenn auch nur literarisch – eine knallharte Abreibung verdient.
Also gibt es demnächst im Blog: Söldneralarm!


Ein Blick auf meine aktuelle – geplante – Leseliste:

Einen schönen Lesemonat euch! Fangt sie ein, die Schurken!

  1. Gnaaah, wie schon gesagt: Böser Beitrag 😛

    Adrian McKinty – das ist eine sehr gute Erinnerung. Muss endlich mal die letzten Bände auflesen! Mag ihn doch so sehr :3

    Im Vergleich würde mich der Wald auch mehr reizen als der Zoo. Letztlich warte ich aber deine Meinung hab, da ich bei Flugzeugabstürzen automatisch Lost Szenarien vor Augen hab >.<

    Anosnsten reizt mich noch der Äquator 😀
    Hab jetzt schon das Flair vor Augen :3

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    1. Adrian McKinty ist bei mir hier wie mit Oliver Bottini. Kaufe jede Neuerscheinung und habe bis jetzt noch keinen Band gelesen. Aber irgendwann, da lese ich sie alle. Nacheinander. 🙂

      Bei Varenne bin ich selbst gespannt. Die Treibjagd gefiel mir nur durchschnittlich, Arthur Bowman schon mehr, aber ich komme um seine Bücher nie herum. Die klingen einfach sooo gut, obwohl ich jetzt noch kein richtiges Highlight dabei hatte. Für Neugier mittels Klappentexte würde er von mir volle Punkteanzahl kriegen. Immer und immer wieder, wie man sieht.

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  2. Ich liebe diese Art der Vorstellung, zwei Bücher gegeneinander und dann auch noch feinst zum stöbern!

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  3. Oh, das ist so ein schöner Blogbeitrag! Ganz tolle Idee.

    Und die Buchauswahl ist auch toll. Habe gleich welche auf meine Wunschliste gesetzt.

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    1. Das freut mich sehr! Vielen lieben Dank! Und ganz viel Spaß beim Lesen :-).

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