Zurück von der BuchWien 2018, die mich teilweise wirklich absolut enttäuscht, wenn nicht sogar abgeschreckt hat, und doch einigen Blickpunkten, die überrascht haben und leidenschaftlichen Autoren, die den Messebesuch dann doch noch ins positive Licht rücken konnten.
Also ein Buchmessenbericht irgendwo zwischen Enttäuschung und Begeisterung, aber ganz ohne neues Buch.


Wenn alles anders läuft als geplant

Eigentlich wollte ich mit dem ultimativen Blogbeitrag „Kriminelle Geheimtipps von der BuchWien“ zurückkehren und damit eure Wunschzettelchen in megalange Wunschlisten verwandeln.

Daraus wird nix.

Nicht, weil ich so faul war und nur Wiener Apfelstrudel gefuttert habe (okay, habe ich mir auch gegönnt, aber erst nach der Messe!) und mich nicht um Krimitipps bemüht hätte, sondern viel eher: Es gab keine kriminellen Geheimtipps bei der BuchWien ⇔.

Überschaubares Besucheraufkommen bei der BuchWien 2018 (Foto von Samstag Nachmittag)

Überschaubares Besucheraufkommen bei der BuchWien 2018: Habe den Rammbock ganz umsonst mitgeschleppt und reingeschleust.

Ein Beispiel: Am Samstag, gleich nach der Ankunft, steuerte ich gleich mal den Suhrkamp Verlag an. Der hat in den letzten Jahren (Thomas Wörtche sei Dank – ich sage nur: Candice Fox, David Whish-Wilson, usw.) mein Krimi-/ Thrillerregal mit sehr guten Büchern bestückt und staunte nicht schlecht, dass ich nur zwei Krimis in der Ausstellung fand. Eines war von Friedrich Ani (Der Narr und die Maschine), der natürlich nicht als Geheimtipp zählen kann, denn dazu ist Ani viel zu bekannt und das andere … mmmmhhh … hörte und sah so langweilig aus, dass ich schon vergessen habe, welcher Krimi da neben Ani lag.
Natürlich fragte ich nach, ob Suhrkamp ⇔ eventuell noch auf einen weiteren Standplatz Bücher ausgestellt hätte. Nein, kein weiterer Standort, nur diese zwei Krimis. Mir wurde hier dann auch weder ein Programmheft gezeigt, noch auf andere Krimis/ Thriller aus dem Verlag hingewiesen und damit fing die Messe für mich schon mal mit einem miserablen und enttäuschenden Start an.
Vielleicht sollte ich vorsichtshalber am Stand bleiben, und die Buchmessenbesucher aufklären, dass der Verlag wirklich verdammt gute Thriller im Programm hat, die gefälligst empfohlen werden sollen! Oder was war noch mal der Grund für eine Buchmesse? Vielleicht habe ich das mit Messe für Bücher auch verstanden. So kam es mir vor.

Und so ging es mir bei all den großen Verlagen (deswegen gibt es auch keine Bilder von den Ständen, weil Langeweile kann ich alleine auch ganz gut). Ein paar Bücher, die ausgestellt wurden, die nicht überraschen konnten, weil sie in jeder Buchhandlung auf den ersten Blick zu finden sind. Wie langweilig! Ich bekam gleich mal drei Runzelfalten mehr, weil ich es nicht glauben wollte und konnte. Und mich ernsthaft fragte: Wofür bin ich angereist?

Wie soll man Leser zum Lesen begeistern?

Bei Twitter kam die Frage auf, ob da überhaupt Verlagsmitarbeiter an den Ständen standen oder anderes Personal (kann ich für ein paar Stände beantworten, die ich danach gefragt habe: Verlagspersonal, ja, allerdings aufgrund von Gemeinschaftsflächen mit mehreren Verlagen, nicht immer ein Mitarbeiter aus dem Verlag, den man gerade besucht, da die sich mit dem Personal untereinander abwechseln). Und ebenfalls bei Twitter wurde kritisiert, dass die Aussteller sehr unmotiviert seien:

Es ist traurig und ich traue es mich gar nicht zuzugeben, aber auch ich habe den Eindruck gewonnen, dass Begeisterung für Bücher und Literatur wirklich anders aussieht und aussehen sollte ( es gibt natürlich Ausnahmen, aber bei sehr vielen Ständen fühlte man sich wie ein lästiges Insekt, das man nur aus Mitleid nicht mit der Fliegenklatsche erschlägt).
Ohne jetzt hier Bashing betreiben zu wollen, weswegen ich keine Namen nennen werde, ein paar Beispiele:
Eine Mitarbeiterin eines (großen) Verlages stellte eine Besucherin als eine Art Schmarotzerin hin, weil die nach einer gedruckten Programmvorschau fragte. Sie sagte zu einer anderen Frau: Die kaufen kein Buch, wollen nur alles umsonst haben. Und ich frage mich: Wofür druckt ihr eigentlich Programmvorschauen, wenn ihr sie dann nicht verteilen wollt? Und vielleicht hätte man dieser Besucherin auch ein paar Bücher zeigen können, anstatt hinterrücks über sie herzuziehen. Die stand ja noch eine Weile wie bestellt und nicht abgeholt auf dem Stand rum und wurde gekonnt ignoriert und umgegangen.
Auch mir ist diesbezüglich etwas ähnliches passiert, als ich beim Stand eines kleineren Krimiverlages (der einen Gemeinschaftsstand mit anderen Verlagen hatte und zu dieser Zeit von einem Mitarbeiter eines der anderen ausstellenden Verlage betreut wurde) um ein Programmheft fragte. Kurze Antwort: Ist keines mehr da. Punkt. Als ich nachhakte, ob der Verlag mir eventuell eines zusenden könnte, kam die Antwort: Nein.
Knallhart abserviert in unter einer Minute. Hat nur noch die drohende Fliegenklatsche und ein „schleich di“ gefehlt.

Okay, dann eben nicht. Ich muss aber zugeben, dass so ein eiskaltes Abservieren selbst bei einem Schurken Spuren hinterlassen hat und ich sämtliche vorgemerkte Bücher aus dem Verlag gestrichen habe und ich auch keines mehr in den Neuerscheinungsposts vorstellen werde. Wer keine Leser will, der hat schon. Oder so. Jetzt sind wir quitt. Oder vielleicht eher Schachmatt.

Auch Blogger sind nicht überall erwünscht und gern gesehen. Bei einem Stand einer Autorenvereinigung für Krimis war am Samstag Nachmittag ein Autor vor Ort, der sein Buch ausstellte (kein Selfpublishing, sondern in einem großen Verlag, der für Newcomer eine eigene Edition raushaut und eigentlich sehr viel und intensiv und gut (!) mit Bloggern zusammenarbeitet – was für eine Ironie). Den wollte ich gerade ansteuern, da dieser Thriller in mein nächstes Projekt sehr gut gepasst hätte, als ich das Gespräch, das er gerade führte, noch mitbekam. Und das Gespräch war pures Buchbloggerbashing der niedersten Art. Klar, dass ich diesen Stand dann doch ausgelassen habe und auch den Autor für das Projekt gestrichen habe. Der will ja nicht! Und mal ehrlich: Ich muss ja nicht ;-).

Wie gesagt: Wer nicht will, der hat schon. Oder so.

Bei solchen Erlebnissen auf einer Buchmesse (!) frage ich mich schon, was diese Leute dort eigentlich tun? Was ihr Job ist? Künftige Leser abschrecken? Lesern die Freude nehmen? Oder gibt es eine geheime Challenge: Wer schreckt die meisten Leser in kürzester Zeit ab? Puh!
Auf alle Fälle haben sie eines gemeinsam: Ihnen fehlt die Begeisterung für Bücher, für Literatur, für das Lesen, den Leser. Ihre Kunden! Und so kann man auch keine Leser zum Lesen begeistern. Vielleicht hätte ich eine Fliegenklatsche mitnehmen sollen und bei jeder Leserabschreckung mal kurz auf den Hinterkopf … ach, lassen wir das.

Sehr erschreckend. Abschreckend.

Das nächste Mal muss ich mir einen Flachmann mitnehmen. Den hätte ich an diesem Tag wirklich gebraucht, den so nüchtern war das wirklich schwer auszuhalten. Zumindest am Samstag wäre der ganz sicher in kürzester Zeit geleert worden. Prost. Hicks.

Die Mitarbeiter sind sehr erfolgreich mit ihrer "Wer schreckt die meisten Leser ab?" -  alle stürmen Richtung Ausgang bis auf ein paar Übriggebliebene

Die Aussteller sind teilweise sehr erfolgreich mit ihrer „Wer schreckt die meisten Leser ab? – Challenge“ – alle stürmen Richtung Ausgang bis auf ein paar Übriggebliebene (oder haben die heimlich doch einen Flachmann eingesteckt?)

Blickpunkte

Aber es gab auch Blickpunkte auf der Buchmesse. So zum Beispiel der „Blickpunkt Norden“, der wie eine entspannende Oase zwischen den Ständen wirkte. Fehlten nur noch Lesekissen. Man sagt Holz ja nach, es erdet. Und genauso fühlte man sich an diesem Ort. Ruhig, entspannt, zum Lesen verführt. So sollte Buchmesse sein! An jedem Stand.

"Blickpunkt Norden" entschädigt für alles. Die entspannende Leseoase der BuchWien. Hach. Ich bleibe hier.

„Blickpunkt Norden“ entschädigt für alles. Die entspannende Leseoase der BuchWien. Hach. Ich bleibe hier.

Weil es so schön ist, verweilen wir noch ein bisschen hier. Oder ein bisschen länger. Und stöbern im gut bestückten norwegischen Regal:
Das norwegische Regal bei "Blickpunkt Norden" ist einfach schön anzusehen. Leseentspannung pur. Man vergisst, das man nicht alleine hier ist.

Das norwegische Regal bei „Blickpunkt Norden“ ist einfach schön anzusehen. Leseentspannung pur. Man vergisst, das man nicht alleine hier ist und würde es sich am liebsten gemütlich machen.

Noch so ein hölzerner Blickpunkt war der Stand von Matabooks, einem innovativen Medienunternehmen, das nachhaltige Printprodukte aus Graspapier herstellt.

Matabooks hat kein Gras zum Rauchen, sondern zum Beschreiben

Matabooks hat kein Gras zum Rauchen, sondern zum Beschreiben und Bedrucken.

Auch wenn hier nicht geraucht wird, die Atmosphäre benebelte ein bisschen im positiven Sinne. Auch hier fühlte man sich geborgen, entspannt, ruhig, beseelt. Vielleicht sprühen die doch was in die Luft?

Nur einen Moment noch. Kurze Pause. Ein Mal noch am Papier schnuppern. Tief einatmen. Auf alle Fälle hat der Matabooks-Stand ⇔ mich mehrmals angezogen, einfach weil er liebevoll als Hingucker aufgestellt wurde – zwischen all den anderen Wischiwaschi-Ständen ein echter Blickpunkt.

Begeisterung habe ich dann doch noch gefunden

So richtig begeistert war ich vom Emons Verlag und das, obwohl ich nicht mal dazu kam, ein Gespräch zu führen. Sechs Mal besuchte ich den Stand, sechs Mal waren dort leidenschaftliche Gespräche zwischen – wenn ich richtig gesehen habe – Herrn Emons selbst und Buchmessenbesucher zugange.
Hat sich wohl rumgesprochen, dass man hier nicht nur Bücher liebt, sondern auch Buchmessenbesucher gerne gesehen sind. Da wollte ich nicht stören und ließ mich am Rande dann aber gerne mitbegeistern. Was für ein toller Verlag. So sollte Buchmesse sein! Danke, lieber Emons-Verlag ⇔, der wirklich leidenschaftlich seine Bücher ausgestellt hat.
Am Sonntag war dann auch die Thrillerautorin Michaela Kastel am Verlagsstand. Leider war ich schon in zeitlicher Bedrängnis und habe sie nur beim Vorbeigehen entdeckt.

Wer Begeisterung für Bücher sucht, beim Emons Verlagsstand gibt es massenhaft davon. Mit ganz viel Liebe zu Büchern und Lesern! Da ging ich dann doch öfter mal zum Begeisterungstanken vorbei.

Wer Begeisterung für Bücher sucht, beim Emons Verlagsstand gibt es massenhaft davon. Da ging ich dann doch öfter mal zum Begeisterungstanken vorbei.

Auch beim Verlag Federfrei war der Verleger selbst vor Ort und schon beim Betreten des Standes schwappte eine ungewöhnliche positive, leidenschaftliche Schwingung auf mich zu, die man „Begeisterung“ nennt. Oder Herzblut, denn das ist ja ein waschechter Krimiverlag, den ich mir in naher Zukunft näher ansehen möchte. Mit Krimis aus allen (!) österreichischen Bundesländern war der Federfrei-Stand ⇔ besser bestückt als so mancher von den großen.
Den werde ich mal genauer ins Visier nehmen.

Verlag Federfrei begeistert mit spannenden Krimis aus Österreich - den habe ich ab jetzt im Visier

Verlag Federfrei begeistert mit spannenden Krimis aus Österreich – den habe ich ab jetzt im Visier

Ein kleiner Stand, so mittendrin in dem spärlichen Gewusel, hat mich magisch angezogen. Da stand nämlich „Belfast“. Und so waschechte Krimileser zieht es ja regelmäßig nach Orte, die ein Belfast vermuten lassen. Belfast konnte ich nicht auslassen, sondern steuerte total mutig rein.
Die Autorin A. K. Amherst ⇔ hat mir den Thriller, der als Selfpublishing erschienen ist, auch gekonnt schmackhaft gemacht: Er wechselt zwischen zwei Zeitebenen, die eine führt in die 30er Jahre, die andere in die 90er. Der Irlandkonflikt wird thematisiert und es gibt „atypische Hauptfiguren“ (damit hat man mich ja immer Haken). Auf alle Fälle habe ich mir das Buch mal für das Blogspecial 2019 vorgemerkt. Scheint ja sehr gut in mein Beuteschema zu passen.

Die hatte mich am Haken: A.K. Amherst und ihr Thriller "Belfast Central"

Die hatte mich am Haken: A.K. Amherst und ihr Thriller „Belfast Central“

Unglaublich, welchen Aufwand Selfpublisher betreiben. Ich muss wirklich sagen, ich habe Hochachtung für solche Autoren, die nicht nur mit Herzblut Geschichten schreiben, sondern sich auch um den Verkauf kümmern müssen und die das mit BEGEISTERUNG tun.

Total heimisch fühlte ich mich bei der Autorenvereinigung „Romane – made in Austria“. Als ich nachfragte, was „Romane – made in Austria“ ⇔ genau ist, wunderte ich mich schon: Die verstehen mein Kärntnerisch? Nicht nur das, die antworteten sogar in meinem Dialekt. Okay, die zwei Autorinnen sind ja fast Nachbarn von mir, wie sich herausstellte.
Absolut sympathisch haben mir Katrin Frank (Autorin von „The Agent – Licence to Love“) und die Obfrau Martina Schabernig (alias Tina Eugen – „Sommer fürs Herz“) meine Fragen beantwortet und mich so in den Bann gezogen, dass ich sogar vergessen habe, dass ich mich normalerweise nicht fotografieren lasse. Und schwupps, war ich ungeplanterweise mit auf dem Bild:

Die zwei Autorinnen Katrin Frank (li) und Tina Eugen (re) haben die Schurkin ausgetrickst und dazwischengequetscht. Cheese!

Die zwei Autorinnen Katrin Frank (li) und Tina Eugen (re) haben die Schurkin ausgetrickst und dazwischengequetscht. Cheese!

Diese Autorenvereinigung hat auf den deutschen Buchmessen und der BuchWien einen Stand, an dem sie die Bücher der Mitglieder ausstellen. Dazu ein gedrucktes Programmheft, das man Buchmessenbesuchern wirklich gerne in die Hand drückt und in dem ich gleich mal nach Krimis gesucht habe. Und ich muss zugeben: Ich habe mich hier nicht nur heimisch gefühlt, sondern pudelwohl und als Leserin sehr willkommen.
Hier sind Leser willkommen: "Romane - made in Austria", ein Gemeinschaftsstand verschiedener österreichischer Autoren

Hier sind Leser willkommen: „Romane – made in Austria“, ein Gemeinschaftsstand verschiedener österreichischer Autoren

Beim Stand von der deutsch-russischen Autorin Alina Goncharenko kam ich als Schurkenleser total ins Schwärmen, und das, obwohl das ja eigentlich so gar nicht in mein Beuteschema passt: Kinderbücher!
Aber die waren sooo schön! Hach, da möchte man wieder klein sein und blättern, und staunen, und träumen. Dieser kleine arme Wurm, der sich in eine Biene verliebt und diese bildhübschen Zeichnungen. Oder auch „Tilli – Tilli – Taff Träume süß im Schlaf“ ⇔, ein Buch mit Schlaf- und Wiegenliedern, das nicht nur ebenso hübsch aussieht, sondern sogar zweisprachig und mit Hörbuch zu kaufen ist.
Ja, da werden sogar Schurkenherzen total weich.

Alina Goncharenko hat aus mir, einer Schurkenleserin, das verträumte Kind wieder hervorgezaubert. So schön!

Alina Goncharenko hat aus mir, einer Schurkenleserin, das verträumte Kind wieder hervorgezaubert. So schön!

Thomas Raab hat die Buchmesse zum Highlight gemacht

Am Sonntag habe ich mir dann noch eine Buchmessekarte gekauft, damit ich Thomas Raab live sehen kann und die Buchmesse vermeintlich mehr Besucher verbuchen kann :-).
Er hat kurz aus seinem Buch „Walter muss weg“ ⇔ vorgelesen, das bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Aber sehr unterhaltsam war das Gespräch, das Wolfgang Popp moderierte. Ich ärgerte mich, dass ich es nicht aufgezeichnet habe, denn es ging nicht nur um ländliche Eigenheiten, sondern auch um die Rettung des Satzes „Wir schaffen das!“. Und all das in mega humorvoll und gut unterhaltend. Ein Highlight!

Thomas Raab hat es geschafft, dass ich dann doch noch positiv gestimmt die Buchmesse verlassen habe

Thomas Raab hat es geschafft, dass ich dann doch noch positiv gestimmt die Buchmesse verlassen habe

Leider war die Leseplanung der BuchWien wirklich unglücklich, besonders für die Debütautorin Michaela Kastel („So dunkel der Wald“ ⇔ – meine begeisterte Lesempfehlung findet ihr hier →), die um die gleiche Zeit wie Thomas Raab gelesen und geredet hat. Nicht nur ich ärgerte mich, dass zwei Krimiautoren zeitgleich ihren Bühnenauftritt hatten, sondern auch einige der Zuschauer neben mir und bei Twitter tuschelten darüber.
Dass eine Debütautorin es wirklich schwer hat, Publikum anzuziehen, die zeitgleich mit einem Thomas Raab liest, sah man dann auch: Die meisten Plätze waren leer und auch ich erreichte Michaela Kastel nur noch in den letzten Minuten, die wenigstens für ein Foto gereicht haben:

Michaela Kastel hatte das Pech, zeitgleich mit Thomas Raab zu lesen. Schade, denn ich habe dadurch ihren Auftritt versäumt.

Michaela Kastel hatte das Pech, zeitgleich mit Thomas Raab zu lesen. Schade, denn ich habe dadurch ihren Auftritt versäumt.

Fazit

Traurig ist mein Fazit zur BuchWien: So eine Buchmesse sollte ja eigentlich Leser für Bücher begeistern, aber davon war nicht überall etwas zu spüren. Im Gegenteil: Wäre ich am Samstag heimgereist, dann hätte ich mich fragen müssen, warum ich mir nicht lieber ein anderes Hobby suche, wo auf Besucherfachmessen Aussteller ihre Leidenschaft teilen und nicht wie beim Ansturm lästiger Fliegen darauf zu hoffen, dass diese schnell vorbeiziehen.

Man muss sich das mal vorstellen: Ich habe die Buchmesse besucht und KEIN Buch gekauft! Kein einziges! Ich!!! Unglaublich, oder? Das bei jemanden zu erreichen, der normalerweise 10-15 Bücher im Monat kauft, sagt schon alles über die Aussteller aus, finde ich.

Dennoch habe ich ein paar neue Kontakte knüpfen und ein paar Entdeckungen machen können, die ich mir nun in Ruhe anschauen werde und ein paar Termine wahrgenommen, die vielleicht für den Schurkenblog (und den Schurkenlesern) noch interessant werden könnten.

Fürs nächste Mal, sofern ich überhaupt noch mal zur BuchWien fahre, habe ich mir vorgenommen, die Stände (bis auf Emons und Federfrei) komplett auszulassen und mich nur nach den Podiumsauftritten zu richten. Die Gespräche und Lesungen sind nämlich wirklich richtig gut und deswegen danke ich den Autoren, dass sie uns so begeistert an ihren Büchern und ihrer Arbeit teilhaben haben lassen. Die Autoren haben die BuchWien dann doch noch zu einem positiven Erlebnis gemacht.

Nun bin ich froh, wieder zurück auf der Lesecouch zu sein, damit ich euch in den nächsten Tagen einen absolut guten Krimi aus dem Suhrkamp Verlag vorstellen kann. Denn ja, die gibt es auch bei diesem Verlag! Und bei all den anderen, die in Wien ausgestellt haben, und irgendwie trotzdem nicht richtig anwesend waren.

Hier: Ohne Fliegenklatsche und ohne Flachmann. Nur mit vielen guten Krimis und hoffentlich Begeisterung, die ansteckt.

Jetzt her mit dem Lesestapel, denn von einer Buchmesse habe ich vorerst genug ;-).

Zum Abschluss noch ein farbenprächtiger Stand der Ukranie. Das sticht ins Auge, ohne weh zu tun. Tschüss, BuchWien 2018!

Zum Abschluss noch ein farbenprächtiger Stand der Ukranie. Das sticht ins Auge, ohne weh zu tun. Tschüss, BuchWien 2018!

  1. Oje… Na der Anfang hört sich ja gruselig an… 😑

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  2. Liebe Iris,
    es schockiert mich einigermaßen, was du vom Stand *** erzählst. Der Stand wird ja stundenweise von Autorinnen und Autoren betreut und ich kann dir versichern, dass dein Erlebnis nicht typisch war. Ich selbst hatte bereits am Mittwochabend Standdienst und habe mit meiner Kollegin Sabine Marx viele Gespräche mit LeserInnen und BloggerInnen geführt und weiß, dass es auch den allermeisten anderen AutorInnen Freude macht. Schade, dass du da offenbar an ein missmutiges Mitglied unserer Vereinigung geraten bist. Ich hoffe, du gibst uns beim nächsten Mal noch eine Chance.
    Lieben Gruß, Gudrun

    Antworten

    1. Hallo Gudrun,
      ach, wie schade, dass ich nicht schon Mittwoch vor Ort war. Falls du nächstes Jahr wieder Standdienst machen solltest, sag mir bitte unbedingt vorher bescheid! Heuer konnte ich leider selbst keine Termine vereinbaren, weil ich bis zur Abfahrt nicht wusste, ob ich überhaupt zur BuchWien fahren kann.
      Ich glaube dir wirklich, dass ich einfach nur das Pech hatte, gerade an diesen einen Autor zu dieser Zeit an diesem Tag zu treffen, als er gerade dieses Gespräch führte, das ich obendrein noch dazu aufgeschnappt habe. Ein paar Minuten früher, ein paar Minuten später und ich hätte das gar nicht mitbekommen. Ich kann den Missmut mit Bloggern ja auch ein bisschen nachvollziehen, da ich doch so einiges von befreundeten Autoren mitbekomme und dadurch auch die andere Seite kenne. Aber man sollte darüber vielleicht nicht direkt am Stand auf der BuchWien plaudern, denn wie man sieht: Manchmal läuft es echt blöd :-).
      Ich glaube auch, dass dies bei den gemeinschaftlichen Verlagsständen oftmals das Problem war, dass kein Verlagsmitarbeiter DES VERLAGES vor Ort war, als ich explizit nach Büchern aus diesen Verlag gefragt habe. Das scheint ein generelles Problem auf der BuchWien zu sein. Vielleicht sollte ich das nächste Mal vorab Termine ausmachen. Nur dann hetzt man wieder von Termin zu Termin. Mal überlegen.

      (Ich habe eigentlich extra den Stand nicht namentlich genannt 🙂 und nur so umschrieben, damit zwar ihr wisst, wer gemeint ist, aber Leser des Blogs nicht unbedingt, weil ich eure Vereinigung wirklich gut finde und ich mit einigen von euch nur gute Erfahrungen gesammelt habe 😉 und sie auch gerne treffe und zu ihren Büchern befrage).
      Sollte ich nächstes Jahr wieder fahren, melde ich mich vorher bei dir!
      Sag bescheid, falls ich den Namen im Kommentar rausnehmen soll, denn wie gesagt: Eure Vereinigung finde ich gut und auch die Mitglieder von euch, die ich bereits kennengelernt habe, sind Krimiautoren/innen, die begeistern und mit denen man mit Begeisterung darüber sprechen kann.
      Ganz liebe Grüße dir, Iris

      Antworten

      1. Gudrun Lerchbaum 12. November 2018 at 15:11

        Ehem, das mit dem Namen ist eine gute Idee 🙂 Ich freue mich drauf, dich mal persönlich kennenzulernen.

        Antworten

        1. Habe den Namen herausgenommen und in *** geändert.
          Würde mich auch sehr freuen, dich mal persönlich zu treffen und dir ein paar Fragen zu deiner Arbeit an deinen Krimis stellen zu dürfen. Oh ja, ich glaube, das nächste Mal sollte ich die BuchWien mal mit Planung versuchen :-).

          Antworten

  3. Liebe Iris,
    danke für den unterhalsamen und aufschlussreichen Bericht über deinen Besuch auf der BuchWien 2018.
    Auch ich habe schon gute Erfahrungen mit dem Emons-Verlag gemacht. Das war wohl keine Eintagsfliege.
    Liebe Grüße,
    Andrea

    Antworten

    1. Hallo liebe Andrea,
      der Emons-Verlag ist wirklich immer einen Besuch wert. Die Begeisterung reißt dort nie ab, egal wie spät man zum Stand kommt oder an welchen Tag, da fühlt man sich immer herzlich willkommen.
      Ich bin auch gespannt, wie mir „Das Alphabet der Schöpfung“ gefallen wird, das noch ungelesen hier liegt. Denn so wie der Verlag begeistern mich auch die Bücher von Emons immer wieder aufs Neue. Und ich freue ich auch über den Victor Crime Award für Michaela Kastel, den sie – in meinen Augen – verdient gewonnen hat. Absolut lesenswertes Debüt.
      Vielen Dank dir für deine Zeilen und besonders für das Feedback, herzliche Grüße, Iris

      Antworten

  4. AUTSCH! Allein der Beginn … ZWEI Krimis?? Äh … aber dein kurzeitiger Plan *lach, DAS hätte ich gern gelesen. Iris die Schurkin am Verlagsstand mit Empfehlungen!

    Eigentlich hatte ich überlegt die Messe nächstes Jahr irgendwie zu besuchen, allein Conny und deinetwegen, aber NEIN, einfach Nein! Schmarotz(erin) weil nach Verlagsvorschau gefragt wurde? Hallo? Und das Spielchen geht von Autorenseite her weiter – POAH, mir fehlen die Worte …

    ABER,
    jaaaaa „Blickpunkt Norden“ sieht schon feinst aus *-* Ebenso Matabooks *-*

    UND DOPPEL YEAH! Kleinverlage und SP überzeugen, feinst <3 (also vielleicht doch mal hin und einfach gewisse Stände umgehen)

    Und der Kreis schließt sich, hallo Raab *lach

    Ein toller Bericht, danke fürs mitnehmen! :-*

    Antworten

    1. Was!? Lass deinen Besuchsplan unbedingt stehen!!! Wien ist wirklich schön, die Lesungen top (würde mich auch nach denen richten) und auf der Buchmesse könnte man ja vorher Termine ausmachen, dann ist auch die sicherlich ein Mehrwert.
      Und: Wir könnten ja ein Blogger-Autoren-Treffen planen, schön gemütlich, außerhalb der Messe ;-). Also irgendwie würden wir da schon was zusammenzaubern können. 🙂 Und mit Wiener-AutorenInnen wird ein Abend – versprochen! – sehr, sehr lustig :-).

      Wirklich schade, dass meine Beitragsidee nicht geklappt hat. Wäre selbst sehr neugierig gewesen, mit welchen Tipps ich zurückkehre. Schade!

      Antworten

      1. Hihi, ich behalte es mal im Hinterkopf. Mal sehen ob es hinhauen könnte, denn BuchBerlin will ich auch endlich mal sehen. Ich denke von den beiden großen wird es 2019 nur Leipzig, war auch ehrlich gesagt erschlagen von Frankfurt – Leipzig ist gemütlicher, im Ganzen!

        Ist natürlich erstmal ernüchternd, wenn man eher enttäuscht zurückkehrt. Wobei du ja auch viele tolle Erlebnisse hattest, das Negative überdeckt leider immer alles andere …

        Wien wollte ich eh schon immer mal sehen und das geplante Date mit Conny dieses Jahr fiel ja leider aus. Wie gesagt, es ist im Hinterkopf (=

        Antworten

  5. Liebe Iris,
    das klingt nun gar nicht gut. Wirklich schade, dass hier Engangement und Wille nicht wirklich zu spüren waren. So sollte ein Besuch ja nicht ablaufen, gerade da der Buchbranche ja immer mehr Leser abhanden kommen. Tut mir leid für dich!

    Beste Grüße, Marius

    Antworten

    1. Hallo Marius,
      genau diesen Gedanken hatte ich: Einerseits hört und liest man immer wieder, Menschen zum Lesen bewegen zu wollen, andererseits sieht man dann auf der Buchmesse Verlagsstände, die sich genau darum nicht wirklich bemühen, sondern man als Besucher eher den Eindruck gewinnt, dass das Ziel „Hauptsache anwesend“ zu sein scheint. Das hat bei mir einen erschreckenden Eindruck hinterlassen.
      Zum Glück sind aber nicht alle so. Wie gesagt, beim Emons-Verlag war die pure Begeisterung spürbar und auch die Autoren haben absolut tolle Lesungen und Gespräche geführt.
      Ich hoffe, da findet ein Umdenken statt. Wäre eigentlich eine kleine, aber feine Messe für Bücher.
      Auch dir beste Grüße! Iris

      Antworten

  6. Ich hab deinen ersten Eindruck ja schon auf FB und Twitter mitbekommen, das schmerzt ja richtig, wenn man das hört und jetzt noch einmal so kompakt liest …
    Da scheint wohl jemand keinen Bock auf Wien zu haben?!
    Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.

    Deine Tipps nehm ich aber mit! Bei dem kleinen federfrei Verlag werde ich die Tage mal stöbern gehen 😀

    Antworten

    1. Ich habe ja die ersten Messen in Wien mitbekommen und da war das noch gaaanz anders. Vielleicht bin ich auch deswegen so sehr enttäuscht. Bis 2013 hat mir die Buchmesse immer super gefallen und das Kleine (im Vergleich zu den deutschen Buchmessen) hatte gar nicht gestört. Dann ließ ich ein paar Jahre aus und irgendwie wurde es dann an den Ständen mit jedem Jahr schlimmer (außer die Lesungen).
      Aber es war wirklich schön, immer wieder bei Emons vorbeizuschauen. So wie dort mit den Messebesuchern umgegangen wurde, hat irgendwie wieder alles gut gemacht. Das war irgendwie immer wieder wie ein Pflasterl ;-), das man sich dort geholt hat.

      Von Federfrei habe ich mir gerade ein Buch auf die nächste Bestellung gesetzt. Mal schauen, wie das wird. Bin selbst sehr gespannt, habe noch keines aus dem Verlag gelesen.

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  7. Nach diesem Bericht bin ich richtig froh, dass ich mir die BuchWien gespart habe. Geografisch liegt sie für mich ideal, aber mit dem Zeitpunkt hat’s bisher noch nie geklappt.

    Wir könnten uns ja auf ein Packerl hauen beim nächsten Mal und einen Schwung Lesefreude zu den Ständen mitbringen. 🙂

    Der Emons-Verlag ist wirklich super, ich habe ihn auf der FBM 2016 kennenlernen dürfen.

    Antworten

    1. Hallo Nicole,
      zur FBM habe ich es leider noch nicht geschafft, die beiden deutschen Buchmessen finden leider ausgerechnet in den Monaten statt, wo es mir beruflich gar nicht ausgeht, Zeit freizuschaufeln. Ich hoffe, ich kann das aber irgendwann mal unter einem Hut bringen.

      Die BuchWien ist zumindest von den Lesungen her sehr interessant. Die waren wirklich top und nächstes Jahr, richte ich mich auch komplett nach ihnen. Die Stände … nun ja … die könnte man wirklich größtenteils links liegen lassen. Oder: Vielleicht Termine bei den Verlagen ausmachen, was ich probieren möchte.
      Und ja: Ein Leser-Blogger-BuchWien-Treffen wäre wirklich absolut interessant! Dann machen wir auf der Buchmesse Leseparty und zeigen, wie interessant das Lesen von Büchern wirklich sein kann :-).

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  8. Hallo Iris,
    einigen Bemerkungen über die BuchWien muss ich ja leider zustimmen, aber was den Messe-Stand der Österr. Krimiautoren betrifft, drängt es mich schlicht und einfach einen Kommentar dazu abzugeben. Für die ehrenamtliche Standbetreuung haben sich etliche Mitglieder unserer Vereinigung gemeldet. Dabei hat sich halt gezeigt, dass einige Autoren zwar vielleicht gute Krimis schreiben können, aber beim Reden mit potentiellen Lesern scheinbar Schwierigkeiten haben. Kann passieren. Gut gemeint ist nicht immer tatsächlich gut.
    Ich war an mehreren Nachmittagen an unserem Stand und konnte dabei mit vielen Messebesuchern krimirelevante Gespräche führen. Vor allem die Infos, die ich dabei erhalten habe, waren echt interessant für mich. Und so gesehen kann ich nur für die nächste BuchWien empfehlen: wegen ein paar unglücklich und vermutlich hilflos formulierter Sätze, bitte-bitte nicht gleich alle österreichischen Krimiautoren an den Pranger stellen. Wir bemühen uns! Es ist ohnedies schwierig genug als österreichischer Krimiautor überhaupt wahrgenommen zu werden.

    Antworten

    1. Keinesfalls werden alle österreichischen Krimiautoren in einen Topf geworfen. Wie man im Beitrag lesen kann, haben gerade die österreichischen Krimiautoren meinen Messebesuch gerettet (Lesungen von Raab, Kastel, …), die nicht nur sehr sympathisch und interessant diskutiert haben, sondern auch an den Verlagsständen vor den Lesungen anwesend waren. Ein Grund, warum ich nächstes Jahr unbedingt mit Terminvereinbarungen nach Wien fahren möchte und mich hauptsächlich nach den Lesungen richten werde.
      Beim Stand der Krimiautoren habe ich wohl einfach nur Pech gehabt, zur falschen Zeit dort einzutreffen. Nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet und komme auch den Stand der Österreichischen Krimiautoren wieder besuchen. Und dann (da bin ich mir eigentlich sicher) mit Lobeshymnen wieder zurück 🙂 zum Bloggen.

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  9. Huhu Iris,
    oh das ist ja richtig schade, dass der Eindruck der Messe so enttäuschend war. Das kann ich gut verstehen, dass dich manches gewurmt hat, das wäre mir genauso gegangen. Es wirft ein fieses Licht auf Verlage und Mitarbeiter, wenn man mitbekommt, wie man schon bei einer freundlichen Frage abgekapselt wird. Das geht in meinen Augen gar nicht.
    Schade nur, dass so bestimmt keine Leute zusätzlich zum Lesen animiert werden. Aber bei so einer Einstellung ist das auch kein Wunder. Ich hätte den Autoren übrigens auch für mich gestrichen. Über manche Leute kann man aber auch echt nur den Kopf schütteln.
    Wenigstens konnten dir die Lesungen noch etwas schönes bescheren.
    Liebe Grüße, Petra

    Antworten

    1. Hallo Petra,
      ja, die Lesungen waren wirklich top. Und ich habe endlich mal Raab live gesehen :-).

      Ich werde aber nächstes Jahr der BuchWien noch eine Chance geben. Allerdings dann mit Terminen. Mal sehen, ob die Erfahrung dann anders aussieht. Liebe Grüße dir, Iris

      Antworten

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