Der zu unschuldig verdächtige Ex-Cop Ted Collins kommt in Band 2 der „Crimson Lake“ – Reihe wieder mit seiner Vergangenheit in Kontakt: Denn der Vater des getöteten Mädchen hat ihn aufgespürt und will Rache.
Nicht ganz so gut wie der erste Band kann aber auch „Redemption Point“ mit den ungewöhnlichen Charakteren gut unterhalten. Ein Lesetipp für zwischendurch.


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Schurkenblog-Fazit

*** Ein Thriller für zwischendurch ***

Nicht ganz so unterhaltend wie der erste Band „Crimson Lake“ der Reihe, aber dennoch durch die ungewöhnlichen Figuren empfehlenswerter Thriller!

Crimson Lake hatte es mir ja schon mit dem ersten Band → der Reihe angetan. So ein kleines Örtchen in Australien, das zu Unrecht beschuldigte Kinderschänder und zu Recht verurteilte Mörderinnen beherbergt. So ein sumpfartiges Nest, in dem sich nicht nur Krokodile wohlfühlen, sondern auch Gänse. Und Ted Collins, der hier zurückgezogen lebt und Zuflucht vor dem Lynchmob gefunden hat. Denn Ted Collins, der eigentlich Edward Conkaffey heißt, wurde zu Unrecht als Kinderschänder gejagt. Und die will bekanntlich niemand haben.

„… Böse Probleme bekämpft man mit bösen Lösungen.“

Zitat aus dem Buch „Redemption Point“ von Candice Fox, S. 155

Und Ted wollen noch immer nur wenige an seiner Seite haben. Die abgedrehte, überdrehte Privatdetektivin Amanda Pharrell ist so eine. Die Frau mit den Schmetterlingstattoos, die selbst als Mörderin verurteilt wurde und nun im Dreck der anderen wühlt. Bei ihr darf Ted mitwühlen.

Zwei mal zwei

Zwei Fälle greift hier die australische Autorin Candice Fox auf. Einmal natürlich den Fall aus Teds Vergangenheit: Ted sucht den Mörder des Mädchens, für den er beinahe verurteilt wurde. Dabei trifft er auf den Vater und der hält – wie viele – noch immer Ted für den Kinderschänder. Ein Drogenboss mischt sich auch noch ein, der schützend die Hand über Ted hält. Denn so Verbrecher haben eine Hierarchie und Kinderschänder stehen ganz, ganz, ganz tief unten in der Scheiße. Und die zu lynchen, ja, das ist selbst für Drogenbosse eine Ehre.

Der zweite Fall betrifft einen Doppelmord in einer Bar, den Amanda an Land zieht und übernimmt und an der Seite der jungen Polizistin Pip Sweeney zu lösen versucht.

Keine Figuren von der Stange

Stangenware gibt es bei Candice Fox nicht. Amanda Pharrell ist wohl die schillerndste Figur der Reihe. Nicht einzuordnen und schon gar nicht kontrollierbar wühlt sie nicht nur in den Fällen herum, sondern auch ihre Mitmenschen auf.
Ted Collins hingegen kämpft mit seiner Vergangenheit, versucht sich zu rebhabilitieren und gegen die Vorurteile anzukämpfen. Obwohl es sogar Menschen gibt, die sich zusammengeschlossen haben, um seine Unschuld zu beweisen, zeigt Fox auch, wie schwer es ist, so eine Anschuldigung abschütteln zu können. Und sie zeigt auch, wie Medienhetze funktioniert.

Neu sind die Tagebucheinträge. Tagebucheinträge eines Pädophilen. Und die fangen sehr interessant an, nämlich nicht wie gedacht, so als Einträge eines Monsters, sondern mehr so als gedankliche Rückblicke eines Menschen, der Hilfe sucht und braucht. Und erst dann setzt sich eine Spirale in Gang, die unaufhaltsam ins Unerträgliche führt.

Kommt nicht an den ersten Band ran

Leider kommt der zweite Band der Crimson-Lake-Reihe „Redemption Point“ aber nicht an den ersten Band ran. Zu viele Wiederholungen aus dem ersten Band, zu viele Rückblicke langweilen beim Lesen die Leser etwas, die bereits den ersten Band gelesen haben. Die zwei Fälle wirken auch ziemlich bunt durcheinandergewürfelt, wie ein Knäuel aus Fäden, den man den Leser vor die Füße geworfen hat.
Trotzdem ist die Reihe empfehlenswert, denn die Figuren sind eine Abwechslung und auch der Hintergrund von Ted ist bedrückend und erschreckend, wo so eine falsche Vorverurteilung enden kann.
Von daher freue ich mich auch auf den dritten Band, der ganz bestimmt gelesen wird.

Rezension, 01.01.2019


Candice Fox: Redemption Point ©2018 Suhrkamp

REDEMPTION POINT
Originaltitel: Redemption Point (2018, Bantam)
Autor: Candice Fox →
Erscheinungsdatum: 02.10.2018
Verlag: Suhrkamp Verlag →
Seiten: 439
ISBN: 978-3-518-46898-2
Aus dem Australischen → von Andrea O’Brien →
Reiheninfo: Band 2 der Crimson Lake – Reihe →

Weitere Meinungen zum Buch:

Marius Müller von „Buch-Haltung“ ⇔ sieht mit „Redemption Point“ zwar keine Krimi-Innovation, findet den Thriller durchaus unterhaltend, abwechslungsreich und solide.

Dietmar Jacobsen meint bei „Literaturkritik.de“ ⇔, dass Band 2 ein „rasanter Thriller ohne Längen oder Spannungseinbrüche – besser und auch humorvoller noch als sein Vorgänger“ ist.

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