Eine Wirtschaftskrise quält die Einwohner Spaniens. Das spüren auch die vier Kumpels Víctor, Yunque, Chato und Guapo, die nach Einkommensmöglichkeiten suchen.
Da kommt so ein Angebot zu einem Bankraub gerade richtig: In Marrakesch findet nämlich bald ein Treffen der Juwelierhändler statt und ein Anteil an den sechs Millionen-Euro-Coup reizt die vier. Außerdem klingt alles total easy.
Mit den Freundinnen runter nach Marrakesch, ein bisschen auf Touristen machen, rein in die Kanalisation, ab durch die Wand und mit funkelnden Diamanten wieder ab nach Hause.
Wer könnte da so ein Angebot schon ausschlagen?

Wenn alles nach Plan liefe …

Natürlich ahnt der Leser bereits am Anfang: Das klingt zu einfach. Und natürlich darf der Leser erwarten: Es kommt alles anders als geplant.

Das fängt schon vor der Abreise an. Chiquitín hat Schulden bei einem Kredithai und noch bevor er sich auf den Trip nach Marokko macht, gibt es eine Leiche. Davon wissen die anderen nichts, die sowieso von diesem „Sahraui“ abgelenkt sind. Dem trauen sie nicht, aber Jean Baptiste besteht darauf, dass sie diesen Typen mitnehmen.

Amüsanter Caper-Krimi!

Unterhaltsam ist der Raubzug zu lesen. Das fängt schon mit den Spitzennamen der vier an: Winzling, Plattnase, Amboss und Hübscher bedeuten Chiquitín, Chato, Yunque und Guapo im Deutschen. Die Männer sind keine Unschuldslämmer, der eine zockt Leute mit überteuerten Enzyklopädien ab, der andere wird wegen Mordes gesucht. In Marokko läuft dann nichts so wie geplant. Die Freundinnen sorgen für Eifersuchtszenen und auch für ein altmodisches Frauenbild.

Ernst wird es am Ende. Denn der Hintergrund des Raubzuges gehört nicht in Hände von Möchtegern-Ganoven, sondern zeigt wie Wirtschaftskrisen radikalen Islamismus in die Hände spielen.

Trotzdem: Der Thriller hat einen großen Unterhaltungsfaktor und sorgt für Lesespaß von Anfang bis zum Ende.


Eine ausführliche Besprechung von mir zu „Versammlung der Toten“ erschien zuerst im CrimeMag ⇔.


Informationen zum Buch:
Tomás Bárbulo: Versammlung der Toten
Suhrkamp Verlag, 2018
397 Seiten
ISBN: 978-3-518-46928-6 
Aus dem Spanischen von Carsten Regling
Originaltitel: La asembla de los muertos

Tomás Bárbulo: Versammlung der Toten ©2018 Suhrkamp


  1. Huch! Bitte den vorherigen Kommi einfach nicht freigeben, hab die falschen Daten bei eMail angegeben – du verstehst 😉

    Also nochmal: Mich hat der Buchtitel direkt gelockt, aber nach deiner Rezension glaube ich nicht, dass dies eine Geschichte wäre die mich abholt. Aber egal, ob du meinen SuB nun zum explodieren lässt oder verschonst, ich lese diene Besprechungen einfach gerne (=

    Antworten

    1. Habe deinen vorherigen Kommentar gelöscht.
      Danke für die Blumen! Der Titel klingt eher nach einer düsteren Geschichte, der Inhalt ist dann doch sehr unterhaltend, also ganz anders als erwartet. Aber ein tolles Buch, wenn man nach einem Geschenk sucht ;-).
      Liebste Grüße dir!

      Antworten

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