Claire DeWitt, die selbsternannte „beste Detektivin der Welt“ ermittelt wieder. Aber wie so oft ist diese Selbstsicht Betrug und die Außenwirkung doch eine ganz andere. Nach außen wirkt DeWitt dann doch eher gewalttätig, einsam, angeschlagen und von der Vergangenheit getrieben. Aber immerhin, sie löst ihre Fälle. Auch die alten.

Oakland, 2011 – Der Fall der Taube mit den gebrochenen Flügeln
Beliebt ist DeWitt nicht. Die „beste Detektivin der Welt“ hat viele Feinde und noch mehr wollen ihren Tod. „Die Frage war nur: Wer wollte, dass ich heute starb?
Claire DeWitt fördert Geheimnisse zutage, die nicht jeder ausgraben möchte. So ist sie nicht verwundert darüber, dass der Lincoln ihren kleinen Leihwagen rammte und es ein Wunder ist, dass sie noch lebt. Nur kann sie sich nicht erinnern, wen sie vor dem Unfall auf die Füße getreten ist.

Brooklyn, 1985 – Der Fall des Ertrunkenen Mädchens
Irgendwie fing es damit an. Mit diesem Fall und den Abenteuern aus den Cynthia Silverton – Heftchen, der besten fiktiven Teenager-Detektivin der Welt. Damals wohnte DeWitt noch bei ihren Eltern in einer Gegend, in der „niemand freiwillig gezogen wäre. An so einem Ort endete man, oder man versuchte zu entkommen.“ Mit ihren Freundinnen Tracy und Kelly löste den „Fall des Ertrunkenen Mädchens“. Nur einen konnte Claire nie lösen: das Verschwinden ihrer Freundin. Trotz der Heftchen mit den Tipps für angehende Detektivinnen blieb Tracy verschwunden und Claire gab die Suche irgendwann auf.

Los Angeles, 1999 – Das Rätsel des KBSE
Der Anfang ihrer Karriere zur „besten Detektivin der Welt“ beginnt, wenn man von den Fällen der Schulzeit mit ihren Freundinnen absieht, ziemlich unspektakulär: Damit sie offiziell als Detektivin arbeiten darf, muss sie Stunden in einer Detektei ableisten. Diese Arbeit beginnt mit der „Richter-Akte“ zu Merritt Underwood, die neben Kontoauszügen und Punkte der Aufnahmeprüfung für die Kunsthochschule, auch seine Cholesterinwerte beinhaltet.
Doch dieser Fall führt sie in die Welt der Kunst ein, denn Underwood ist tot und der Fall war lange unaufgeklärt.

Fiktionale Chaostheorie auf drei Zeitebenen

„Das Ende der Lügen“ wird auf drei Zeitebenen erzählt und folgt einer fiktionalen Chaostheorie. Das wirkt manchmal schwer greifbar, kaum durchschaubar und fordert beim Lesen. Die Ebenen wechseln, damit die Fälle, die Figuren. Diese Erzählweise gibt selbst Rätsel auf, die man versucht zu durchschauen, doch man kaum einen Durchblick hat. Dazu braucht man viel Geduld. Und Durchhaltevermögen wie „die beste Detektivin der Welt“.

Genau das ist wohl auch beabsichtigt, denn wie dieses rätselhafte Chaos wirkt die Hauptfigur selbst, die mit Traumasymptomen und Drogenrausch versucht, ihre Fälle zu lösen. Auch gerne damit, dass sie mit ihrer ungeplanten, äußerst überhitzten Art andere ins Hirnstolpern bringt, in dem sie z. B. mal so nebenbei einer Polizistin den Taser an die Halsschlagader hält und so den schockierenden Überraschungsmoment auf ihrer Seite hat.

Am Ende bleibt Claire DeWitt wie der Leser zurück: Nicht alle Rätsel sind gelöst, aber das macht nichts, denn: „Gegen Claire DeWitt kommt niemand an.« Ich konnte mich nicht an alles erinnern, aber das wusste ich noch. Am Ende gewinnt Claire DeWitt.»“ 



  1. Ich las „Claire DeWitt“ und nun habe ich deine Rezension gar nicht erst weiter gelesen 😀 Band 1 steht noch auf meiner Wunschliste und ich war mir nicht sicher ob ich nicht ggf. gespoilert werde, sorry :-*

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