Ich glaube, ich habe da was auf den Ohren. Kopfhörer! Direkt aus dem Zimmer meines Sohnes geklaut. Der (vorübergehende) Diebstahl ist für einen guten Zweck: Ich will meinen Horizont erweitern. Mit den Ohren, nicht mit den Augen. Mal schauen, was hinter der Faszination „Hörbuchgenuss“ steckt. Also lasse ich mich beschallen.

Schon lange will ich Literatur mal anders erleben. Aber meine auditive Wahrnehmung ist nicht so stark ausgeprägt wie die visuelle. Schon in der Schule habe ich mir alles aufgeschrieben, aufgezeichnet, aufgemalt, und auch heute noch arbeite ich so: Ich schreibe alles auf. Meine Ohren machen gerne einen auf Durchlaufposten, deswegen habe ich mit dem Experiment bisher gezögert und es immer wieder verschoben.

Aber: Man muss wohl (fast) alles im Leben einfach mal ausprobieren.


 Tipps für Höranfänger:

Vielen Dank für die Unterstützung, liebe Twittergemeinde!

Zum Start habe ich mir Tipps bei Hörbuchhörern geholt und einige davon finde ich wirklich nützlich. Zum Beispiel:

– Am Anfang sollte man sich ausschließlich dem Hören widmen und keine Nebentätigkeiten ausführen.

Kann ich nachvollziehen, vorerst hauptberuflich auf Hörer zu machen und sich erst nach Eingewöhnung nebenbei etwas anderem zu widmen (leichte Dinge wie bügeln zum Beispiel).

– Bei Krimis sollte man sich anfangs eher auf die kurzen, knackigen mit Action oder Spannung beschränken anstatt komplexe Krimis mit vielen Figuren und Zeitsprüngen zu hören.

Klingt auch plausibel, das sollte auch mit Ohren a la Durchlaufposten klappen.


Was brauche ich zum Hören von Büchern?

Hörbücher natürlich. 

Was mir da gleich mal auffällt: Es gibt Hörbücher und Hörspiele.  Der Unterschied besteht darin, dass Hörbücher meist von einem einzelnen Sprecher (oder seltener von zwei Personen) vorgelesen werden, während bei Hörspielen verschiedene Sprecher lesen und diese oft auch mit Soundeffekten, Geräuschen oder Musik unterlegt sind.

Natürlich werde ich beide Arten testen.

Dann gibt es auch noch gekürzte und ungekürzte Varianten. Bei ungekürzten Hörbüchern wird das gesamte Buch vorgelesen, also wirklich Wort für Wort, so wie es in der Printausgabe gedruckt ist. Bei gekürzten Hörbüchern wird der Text wesentlich kürzer vorgetragen.

Kopfhörer.

Kopfhörer sind natürlich kein Muss, aber ich habe beim Testen bemerkt, dass meine Konzentration beim Hören mit Kopfhörern besser ist und auch das Hörerlebnis viel intensiver ist. Von daher mag ich gar nicht anders hören als mit Kopfhörer.

– Ein Gerät zum Abspielen.

Hier kommt es darauf an, wo man sich die Hörbücher besorgt. Auf Audio-CD? Dann braucht man ein Gerät, dass CDs abspielen kann. Oder als Download? Dann muss man darauf achten, in welchem Format ausgeliefert wird und die richtige App auf seinem z. B. Smartphone oder PC haben. (Siehe nächster Punkt —>)


Wo bekomme ich Hörbücher? – Screenshot ©Audible.de/hoerzeiten

Wo bekomme ich Hörbücher?

Da gibt es inzwischen viele Möglichkeiten. Hörbücher können auf CD oder als Download gekauft werden.  Mittlerweile gibt es auch Abos  dazu (z. B. Audible.de ⇔ oder auch das Hörbuchabo von Thalia ⇔), mit denen man beim Kauf der Hörbücher Geld sparen kann. Auch kann man Hörbücher bei der Onleihe ⇔ ausleihen oder sogar im Livestream (hörbuchFM ⇔) hören. Kostenlos gibt es bei Hit-Tuner ⇔ und Vorleser.net ⇔ ein paar Hörbücher zu hören.

HR2 ⇔ führt sogar eine monatliche Hörbuchbestenliste, die zum Stöbern einlädt. Und das sind nicht alle Möglichkeiten, um an Hörbücher zu kommen, sondern nur ein paar Beispiele.

Ich habe mich für die Onleihe und Audible im Abo (Info: Amazon Prime Mitglieder können dort drei Monate lang Audible kostenlos testen und pro Monat ein Hörbuch kostenlos laden, sowie die ermäßigten Preise für Hörbücher genießen; – Stand: Mai 2019) entschieden.

Nun kann es losgehen. Welches Buch will ich hören?


Empfohlene Sprecher von Hörbuchlesern:

Sprecher sind wirklich das A und O, wenn es um die Qualität von Hörbüchern geht. Schließlich hört man viele, viele Stunden einer einzigen Stimme zu. Und wie das mit Stimmfarben so ist: Geschmacksache. Deswegen ein Tipp: immer Hörproben anhören!

Aber es gibt Sprecher, von denen schwärmen Hörbuchhörer regelrecht. Eine kleine Auswahl von Sprechern, die mir via Twitter empfohlen wurden:

– Vera Teltz 
– Thalbach Katharina 
– Simon Jäger 
– Uve Teschner 
– Dietmar Wunder 
– David Nathan 
– Joachim Kerzel 
– Johannes Steck 

Wo bekomme ich Hörbücher? – Screenshot ©Büchereien Wien – Onleihe

Beim Anhören einzelner Hörproben kann ich nachvollziehen, warum diese Sprecher bei den Hörern so gut abschneiden. Ich werde diese Sprecher bevorzugen, falls ich zwischen verschiedenen Hörbüchern auswählen muss.

Los geht’s! Das Hörexperiment beginnt. Und zwar ziemlich bunt gemischt, da ich vermute, dass ich Sachbücher und Biografien akustisch leichter folgen kann als Krimis. Deswegen wird mein Test etwas breiter ausfallen.

Eine Liste mit den Hörbüchern, die ich für das Hörexperiment ausgewählt habe, folgt im zweiten Teil des Beitrags. So viel kann ich verraten: Es wird bunt gemischt!
Nun aber: Auf die Ohren, fertig, los!



  1. Yeah, willkommen im Club der Hörbucheulen! Ich liebe sie, die Hörbücher und Hörspiele – schon von Kindesalter an *-* Mit den Jahren hat es sich verringert – warum auch immer, aber nun bin ich im absolutem Flow. ich hoffe dich können sie genauso begeistern, viel Spaß beim ausprobieren!

    Mukkelige Grüße,
    Janna

    Antworten

    1. Hallo, liebste Janna! Vielen Dank! Ich bin selbst sehr gespannt und lasse mich überraschen.
      Stimmt! Als Kind habe ich auch Hörbücher gehört, damit fing meine Liebe zu Geschichten eigentlich an. Damals gabs die auf Kassetten, mit kleinen Heftchen, die man am Kiosk kaufen konnte *lach*. Ist das laaange her!
      Dir auch weiterhin viel Spaß beim Hören und Lesen. Herzlichst, Iris

      Antworten

      1. Oh ja, Kassetten *-* Bin SO gespannt auf deine ersten Besprechungen!

        Antworten

  2. Liebe Iris,
    willkommen in der Welt der Hörbücher! Ich hoffe, dein Versuch gelingt und Hörbücher werden für dich – wie bei mir – zu einer unglaublichen Bereicherung deines Leser-Lebens!

    Ute

    Antworten

    1. Hallo liebe Ute,
      vielen Dank! Bin selbst schon sehr gespannt, ob mich Hörbücher ebenso begeistern können wie Bücher. Ich werde berichten :-). Liebe Grüße, Iris

      Antworten

  3. Liebe Iris,

    willkommen bei den Hörerinnen! 🙂 Ich freu mich, dass du gleich so intensiv mit dem für dich neuen Thema auseinandersetzt und hoffe, dir wird das Hören ebenso spannend vorkommen wie das Selber-Lesen. Im Gegensatz zum Lesen muss beim Hörbuch nicht nur die eigentliche Story überzeugen, sondern auch der Sprecher. Ich habe mich anfangs schwer getan, Titel zu finden, bei denen mich Inhalt UND Sprecher ansprachen. Aber je länger man dabei ist, desto mehr findet man „seine“ Stimmen und Genres. Ich bevorzuge z.B. männliche Sprecher – Frauenstimmen finde ich bei längerem Hören fast immer anstrengend. Und: Bei Hörbüchern greife ich zum Teil auf andere Genres zurück als beim Selber-Lesen. Auch funktioniert nicht jedes Buch als Hörbuch – bei manchen gehörten Titeln fand ich keinen rechten Zugang, hatte aber das Gefühl, dass mein Eindruck anders ausgefallen wäre, hätte ich selbst gelesen (z.B. weil es eine eher handlungsarme Story ist).

    Deine Ausflüge ins gehörte Buch werde ich also mit großem Interesse weiterverfolgen. Bei David Nathan und Simon Jäger kann ich mich übrigens nur anschließen. Außerdem habe ich Christoph Maria Herbst als Sprecher lieben gelernt – allerdings eher im Bereich Kinderbuch, daher dürfte er für dich als Sprecher wohl kaum in Frage kommen (mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass er auch Krimis, Thriller oder andere düstere Bücher liest).

    Liebe Grüße und tolle Hörstunden!
    Kathrin

    Antworten

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