So wenig Lesezeit wie heuer hatte ich in den letzten JahrZEHNTEN nicht mehr! Unglaublich. Und sehr deprimierend. Jetzt haben wir schon Oktober und ich bin weit entfernt von der 100er Grenze auf meinen Lesestapel. *Tief durchatmen und ohmmmm…*.
Aber der Oktober ist ein Lichtblick, denn die Vorbereitungen für die Buch Wien ⇔ laufen und zumindest sind schon ein paar Lesungen im Rahmen des Krimifestes Wörthersee ⇔ geplant. Und ein paar neue Bücher gibt es auch. Also: alles gut.

DatumAutorTitelVerlag
02.10.Pierre PouchairetUnheiliges Land ↓Polar Verlag
07.10.Tom CallaghanErbarmungsloser Herbst ↓Atlantik Verlag
14.10.Taylor AdamsNo Exit ↓Heyne Verlag
17.10.Anthony J. QuinnGestrandet ↓Polar Verlag
17.10.Michaela KastelWorüber wir schweigen ↓Emons Verlag
21.10.Blake CrouchWayward ↓Goldmann Verlag
23.10.Eva García SáenzDas Ritual des Wassers ↓Scherz Verlag
28.10.Alan ParksTod im Februar ↓Heyne Hardcore

Unheiliges Land

Pierre Pouchairet: Unheiliges Land ©2019 Polar Verlag

Pierre Pouchairet
Polar Verlag ⇔, 02.10.2019, 380 Seiten, 978-3-945133-87-3, Übersetzung von Ronald Voullie

In Nablus, dem Zentrum des Widerstands gegen Israel, wird eine Familie jüdischer Siedler grausam ermordet. Dany und Guy, beide aus Frankreich stammend, Offiziere der israelischen Justizpolizei, werden zu Beobachtern der Ermittlungen ernannt. Maïssa, eine palästinensische Polizistin, führt ihrerseits hartnäckig eigene Ermittlungen durch, da die jungen Palästinenser, die aufgegriffen wurden, eines Verbrechens beschuldigt werden, das sie möglicherweise nicht begangen haben. Der Fall wird von israelischer Seite als Terrorismus eingestuft. Maïssa ist die Tochter einer Ministerin und früheren PLO-Aktivistin. Sie kann auf die Netzwerke ihres Vaters zurückgreifen.
Nach der Entdeckung eines massiven Vorrats an synthetischen Drogen in Nizza, Jerusalem und den Lagern, wird Capitaine Gabin in die Region entsandt, um eine internationale Schlepperoperation aus einem Flüchtlingslager zu überführen. Unter ständigem Druck und in einem politisch unruhigen Klima müssen sich die israelischen, palästinensischen und französischen Polizisten zusammenschließen, um den Drogenhandel zu bekämpfen und einen Mord aufzuklären.

Okay, zugegeben, hier reizt schon das Setting. Nablus, eine Stadt im palästinensischen Autonomiegebiet, 60 km nördlich von Jerusalem entfernt und unter dem Namen „Ungekrönte Königin von Palästina“ bekannt, ist für mich literarisch und real ein reines, weißes Blatt, das erst noch gefüllt werden muss. Und auch politisch finde ich dieses Gebiet äußerst reizvoll, weil es aktuell zwar überall präsent ist und sich doch total fremd und befremdlich anfühlt. Das Buch ist auf der Einkaufsliste also ganz weit oben.


Erbarmungsloser Herbst

Tom Callaghan: Erbarmungsloser Herbst ©2019 Atlantik Verlag

Tom Callaghan
Atlantik Verlag ⇔, 07.10.2019, 352 Seiten, 978-3-455-00124-2, Band 4 der Akyl Borubaew – Reihe, Übersetzung: Sepp Leeb, Kristian Lutze

Das letzte Abenteuer für Akyl Borubaew, Inspektor bei der kirgisischen Mordkommission, hat einen untrüglichen Riecher für Gewaltverbrechen. Als er den Tod einer jungen Drogensüchtigen untersucht, ist ihm schnell klar, dass einiges nicht stimmt. Bevor er jedoch weiter ermitteln kann, wird er aber vom Dienst suspendiert. Sein Erzfeind, der Minister für Staatssicherheit, hat ganz eigene Pläne und droht, ihn zu zerstören. Borubaews Kampf um die Karriere wird schnell zum Überlebenskampf, der ihn in die tiefsten Abgründe der kirgisischen Drogenkartelle und bis nach Bangkok führt. Als er nichts mehr zu verlieren hat, riskiert er alles und nimmt es mit dem gesamten korrumpierten System auf.

Den ersten Band „Blutiger Winter“ kaufte ich 2015 auch, weil mich das Setting reizte. Kirgisistan war mir damals völlig fremd und Callaghan schaffte es, mir dieses Land in einem Thriller vorzustellen. Mittlerweile kommt Band 4 heraus, der letzte Band der Reihe, und da mir Band 3 auch noch fehlt, hoffe ich, ich finde die Zeit die Reihe komplett hier im Blog vorzustellen.


No Exit: Diese Nacht überlebst du nicht

Taylor Adams: No Exit ©2019  Heyne Verlag

Taylor Adams
Heyne Verlag ⇔, 14.10.2019, 416 Seiten, 978-3-453-43979-5, Übersetzung von Angelika Naujokat

In den Bergen von Colorado gerät die junge Darby Thorne in einen Schneesturm und sucht Zuflucht in einem Motel. Dort trifft sie auf eine Gruppe von Schutzsuchenden. Darby scheint in Sicherheit zu sein. Doch auf dem Parkplatz macht sie eine schreckliche Entdeckung: Im Fond eines Vans sieht sie ein gefesseltes Mädchen. Wie Eiswasser schießt die Erkenntnis durch Darby: Der brutale Täter muss unter den Anwesenden sein. Aber es gibt keine Verbindung nach außen, keine Fluchtmöglichkeit. Darby muss das Mädchen retten – und die Nacht überleben … 

Klingt nach einem einfachen Plot, der schon tausendmal erzählt wurde (erinnert gleich mal ein bisschen an „Das Motel“ von Brett McBean, oder?) … perfekt, wenn ich mal einfach nur unterhalten werden möchte. Von daher: Kommt auf den Lesestapel für zwischendurch.


Gestrandet

Anthony J. Quinn: Gestrande ©2019 Polar Verlag

Anthony J. Quinn
Polar Verlag ⇔, 17.10.2019, 300 Seiten, 978-3-945133-83-5, Übersetzung von Robert Brack

Celsius Daly ist Mitte vierzig und geschieden. Er lebt allein und ist völlig unsozial und tut sogar sein Bestes, diejenigen von sich fernzuhalten, die ihm helfen wollen. Seine Methoden stoßen nicht auf allgemeine Zustimmung. Die Leiche eines toten Polizisten wird am Lough Neagh ans Ufer angeschwemmt. Nie­mand ist sich sicher, ob es sich um Selbstmord, Mord oder einen Unfall handelt. Als der Tote als Detective Brian Carey der Garda Síochána identifiziert wird, entdeckt Daly schnell, dass Carey gegen Tom Morgan ermittelt hat, einen ehe­maligen IRA-Sympathisanten, der zum Schmuggler wurde. Was als einfacher Fall von Selbstmord erscheint, erweckt in Daly den Eindruck, dass in dem trostlosen Dorf Dreesh nahe der irischen Grenze Recht und Ordnung zum Stillstand gekommen sind. Informanten, betrunkene Ex-Cops, freiberufliche Geheim­agenten und gewalttätige Schmugglern bestimmen das Bild der Bewohner, die durch eine Kette von Konkursen ruiniert sind und im Bann eines hinterhältigen Kriminalchefs mit politischer Verbindung zur IRA stehen. Dalys beharrliche Suche nach der Wahrheit, die dazu verdammt ist, sich mit zwei separaten Polizeikräften, die parallel zueinander entlang einer Grenze ermittelt, herumzuschlagen, führt zu einem Ausbruch von Gewalt.

Nordirland ist literarisch ja nicht so selten als Setting anzutreffen. Der Polar Verlag bewirbt das Buch als „Der Kriminalroman zum Brexit“, was ihn ja aktuell brisant macht und schon von daher gelesen werden muss. Also: Schau ma mol!


Worüber wir schweigen

Michaela Kastel: Worüber wir schweigen ©2019 Emons Verlag

Michaela Kastel
Emons Verlag ⇔, 17.10.2019, 320 Seiten, 978-3-7408-0643-9

Zwölf Jahre sind vergangen, seit Nina ihr Heimatdorf fluchtartig verlassen hat. Nun kehrt sie unerwartet zurück, und ihre Ankunft wirft das sonst so ruhige Leben in der Gegend aus der Bahn. Was treibt sie wieder an den Ort, den sie so lange gemieden hat? Das Zusammentreffen mit ihrer alten Clique weckt in allen dunkle Erinnerungen an ein Ereignis, an dem ihre Freundschaft einst zerbrach. Und über das alle bisher geschwiegen haben …

Must-Read! Michaela Kastel konnte mich schon mit ihren Debütthriller „So dunkel der Wald“ (Rezension im Blog →) überwältigen. Tiefschichtig hat sie ihre Charaktere mit dunkelsten Seiten gezeichnet.
Im Interview → verriet die junge Autorin, die 1987 geboren wurde, dass sie es spannend findet, sich beim Schreiben in ihre Figuren hineinzuversetzen. „Umso abgründiger, umso besser.“ Von daher lasse ich mich jetzt von der harmlos und allgemein wirkenden Buchbeschreibung nicht abschrecken, sondern erwarte „thrill vom Feinsten in allen abgründigsten Facetten“. Wird gelesen!


Wayward

Blake Crouch: Wayward ©2019 Goldmann Verlag

Blake Crouch
Goldmann Verlag ⇔, 21.10.2019, 464 Seiten, 978-3-442-48974-9, Übersetzung von Kerstin Fricke, Band 2 der Wayward-Pines-Reihe

Umgeben von einem Elektrozaun und 24 Stunden am Tag im Blick eines Scharfschützen: So idyllisch die Kleinstadt Wayward Pines nach außen hin sein mag, für ihre 461 Bewohner ist sie ein Gefängnis. Alle sind sie nach einem schweren Unfall hier aufgewacht, und alle führen sie ein streng reguliertes, ständig überwachtes Leben. Sheriff Ethan Burke ist einer der wenigen, der weiß, was Wayward Pines wirklich ist – und welch unfassbare Wahrheit sich auf der anderen Seite des Zauns verbirgt. Als Ethan nicht mehr schweigen will, kommt es zur Katastrophe …

Das Cover … steht Kopf! Genial! Und macht neugierig. Außerdem, ihr wisst ja, ich hab so einen Spleen für abgelegene Kleinstädte, die mitten im Nirgendwo stehen. Und für so abgefahrene Geschichte sowieso.
Deswegen habe ich mir schon mal Band 1 „Psychose“ bestellt, denn eine Reihe will ja der Reihe nach gelesen werden. Und auch Band 2 ist ganz oben auf meiner Leseliste.


Das Ritual des Wassers

Eva García Sáenz: Das Ritual des Wassers ©2019 Scherz Verlag

Eva García Sáenz
Scherz Verlag ⇔, 23.10.2019, 544 Seiten, 978-3-651-02584-4, Übersetzung von Alice Jakubeit, Band 2 der Inspector-Ayala-Reihe

Die Frau ist an den Füßen an einem Ast aufgehängt worden. An einer historischen Kultstätte im Baskenland. Und sie war schwanger. Der zweite Fall für Inspector Ayala, genannt Kraken. Für Inspector Ayala alias Kraken geht es ans Eingemachte: Seine erste Liebe Annabel wird ermordet aufgefunden, hingerichtet nach einem alten keltischen Opfer-Ritual, kopfüber in einem historischen Wasserkessel. Und es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Jemand scheint Menschen zu töten, die bald Mutter oder Vater werden. Kraken nimmt zusammen mit seiner Kollegin Estíbaliz die Ermittlungen auf. Er muss sich beeilen, denn seine Chefin Alba ist schwanger – und das Kind könnte von ihm sein.

Den ersten Band „Die Stille des Todes“ habe ich mir als Hörbuch geladen und leider bis jetzt nur kurz reingehört, obwohl schon Band 1 von den Lesern mit Begeisterung aufgenommen wurde. Auch im ersten Band mussten immer Zwei sterben, und hier im zweiten Band ist das erste Mordopfer eine Schwangere. Ein Muster? Würde mich interessieren, dies zu ermitteln ;-). Also ran an die Kopfhörer oder so.


Tod im Februar

Alan Parks: Tod im Februar ©2019 Heyne Hardcore

Alan Parks
Heyne Hardcore ⇔, 28.10.2019, 432 Seiten, 978-3-453-27198-2, Übersetzung von Conny Lösch, Band 2 der Harry-McCoy-Reihe

Detective Harry McCoys erster Tag zurück im Dienst könnte schlimmer nicht sein. Ein Spieler von Celtic Glasgow wird tot im 14. Stock eines im Bau befindlichen Bürogebäudes aufgefunden. Sein Mörder hat eine blutige Nachricht hinterlassen, eingeritzt in die Brust des Opfers. Doch das ist erst der Anfang einer neuen Welle der Gewalt, die Glasgow in diesem Februar 1973 heimsucht. Wird es McCoy gelingen, seinen Kopf über Wasser zu halten? 

Der unsaubere Harry McCoy ist zurück! Yeah! Der hat mich schon voriges Jahr ins düstere bandendurchtränkte Glasgow geführt und mich gut unterhalten. (Rezension → zum ersten Band „Blutiger Januar“) Von daher lasse ich mich auch hier nicht von der langweiligen Buchbeschreibung und dem noch langweiligeren Buchtitel abschrecken, sondern freue mich auf eine weitere düstere Glasgower Bandengeschichte mit bösen Buben und dem dunklen Karma des McCoy, dass er anscheinend – zum Glück für uns – nicht losgeworden ist.


Was mir heute massiv auffällt: Diese Buchbeschreibungen werden immer allgemeiner und langweiliger. Als Aufhänger z. B. „eingeritzte Nachrichten in die Haut der Opfer“ zu verwenden … *gähn*. Wie oft gibt es das schon? 5 Millionen mal?
Zum Glück sind wir mutige Leser und lassen uns durch solche Wiederholungen nicht abschrecken, sondern lesen rein. Zumindest dann, wenn man den Autor schon kennt.

Jetzt freue ich mich auf Regenwetter, auf den Herbst und hoffentlich startet jetzt auch endlich die endlose Lesezeit. Meine Leseentzugserscheinungen sind nämlich nicht mehr zu übersehen.
Jetzt freue ich mich auf die kommenden Lesestunden und vor allem: auf den Austausch mit euch. Den vermisse ich nämlich auch. Hach.

  1. Sabine Kettschau 1. Oktober 2019 at 11:08

    In „Worüber wir schweigen“ bin ich seit gestern abgetaucht. Bin schon mächtig gespannt, wohin die Reise geht 🙂

    Liebe Grüße
    Bine

    Antworten

    1. Hallo Bine,
      auf das Buch bin ich auch soooo gespannt! Leider ist meines noch nicht eingetroffen, ich warte noch. Ungeduldig. Wünsche dir frohes Lesen und bin gespannt auf deine Meinung dazu!
      Liebe Grüße dir, Iris

      Antworten

  2. „Psychose“ hab ich damals gelesen, nachdem mir die Geduld für die Serie (also mit Bild und Ton) gefehlt hat. Das Buch hab ich dann irgendwann kurz vor Ende ebenfalls abgebrochen, weil es mir zu absurd wurde.

    Bzgl. der Klappentexte geb ich dir übrigens vollkommen Recht. Auf die geb ich schon länger nix mehr.

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    1. Ui, schade. Reinlesen werde ich in „Psychose“ und „Waybird“ natürlich trotzdem, aber erst nachdem ich meine Ansprüche etwas heruntergeschraubt habe :-). Dass es eine Serie dazu gibt, wusste ich gar nicht. Muss ich mal schauen! Danke für den Seitenwink!

      Die Klappentexte werden immer nichts sagender. Zumindest kommt es mir so vor. Das macht es schwierig, thematisch Bücher zusammenzustellen, finde ich. Und überhaupt: neugierig auf neue Autoren und deren Geschichten zu werden. Schade!

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      1. Die Serie heißt „Wayward Pines“. Ich mag das Setting ja eigentlich sehr, aber irgendwann driftet es ab.

        Die Klappentexte sind für meine Begriffe alle nur mehr durchvermarktet. Ich hab mich in einer Rezension mal fürchterlich über einen Text aufgeregt, weil er die Handlung nur marginal beschrieben hat. Im Zentrum des Geschehens stand dann etwas völlig anderes.

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  3. Abgesehen von „Worüber wir schweigen“ bin ich noch über keinen Titel gestolpert. Bei Michaela Kastels neuem Buch bin ich seeehr gespannt auf deine Eindrücke! Es ist sprachlich ganz anders als ihr Debüt, was ich etwas schade finde. Auch die Story hat bei mir gebraucht, auch wenn allein schon diese Metallbox mich ganz kirre macht *lach. Nun ist da aber eine Erkenntnis und ich hoffe es integriert sich wundervoll in die Geschichte – bin ca. auf Seite 218 oder so … ich hoffe du bekommst ganz schnell deine Buchpost und wir können uns austauschen!

    hab einen mukkeligen Tag Lieblings-Schurkin <3

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    1. Hallo Janna,
      tja, ich warte immer noch … hoffe, das kommt morgen, denn dieses Wochenende habe ich reine Lesezeit eingeplant. Yeah.
      Und neugierig hast mich jetzt umso mehr gemacht. Ganz anders? Hoffe, das wird kein 2. Band – Reinfall. Die zweite Bände sind ja immer so eine Sache. Also: weiterwarten. Liebe Grüße, Iris

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